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Maitour
2024
nach Heusenstamm -
„Ein Reim fällt mir
hierzu nicht ein,
drum lasse ich es lieber sein“
Jaaa! So isses halt! Wie ein Bekloppter habe ich nach einer schmissigen Überschrift mit Bezug zu unserem letztjährigen Ziel gesucht, mit der man sich - im wahrsten Sinne des Wortes – auch noch einen „Reim“ auf den Zielort machen konnte. Letzten Endes war die Recherche aber vergeblich. Nach solchen Knallern aus der Vergangenheit wie z.B. „Durch Wald und Acker nach Waldacker“, „Biertanken in Mainfranken“, „Sonnenbrand im Biberland" oder „Da hilft kein Wimmern, wir fahr’n nach Groß-Zimmern“ fand sich kein passender Reim auf „Heusenstamm“.
Allenfalls hätte man „Durch Matsch und Schlamm nach Heusenstamm“ schreiben können, was allerdings in keinster Weise den tatsächlichen Bodenverhältnissen entsprochen hätte. Auch wenn wir in Zeiten leben, in denen ein Donald Trump den größten Blödsinn und die bizarrsten Lügen als die reine Wahrheit verkauft, wollen wir uns daran bestimmt kein Beispiel nehmen.
Matsch und Schlamm waren tatsächlich kein Thema, als wir uns am 1. Mai bei Rainer in der Borkumer Straße trafen. Die allgemeine Großwetterlage war recht regenarm und am Maifeiertag wurden alle Ausflügler mit Temperaturen über 20 Grad verwöhnt. Also waren mal wieder T-Shirt und kurzes Beinkleid angesagt. Fast schon traditionell ist es, dass ein zünftiges Weißwurstfrühstück gereicht wird, an dem sich die 10 Mitfahrer sowie Gastesser Jochen laben konnten. Zur Abrundung des herzhaften Mahls hatte Heiko mal wieder Ritter-Sport-Schokolade in der Größe einer Waschbetonplatte dabei. Ok, ich habe mich hier des Stilmittels der Übertreibung bedient, ganz so groß war die Tafel nämlich nicht. Ich wollte mit dieser Zuschreibung nur die außergewöhnlichen Ausmaße jenes Unikats hervorheben. Unikate scheinen diese Teile, die Heiko Jahr für Jahr mitbringt, tatsächlich zu sein. Wenn man solche im Internet sucht, bleibt diese Recherche nämlich erfolglos.

Um 11:30 Uhr ging die von Racer geführte Tour dann los. Man bewegte sich gen Norden, vorbei am Hof Froneichen (ja, da sind wir auch noch nie entlanggefahren!) zum Eppertshäuser Ortsteil Failisch. Von dort ging es weiter durch Ober-Roden und vorbei an Waldacker nach Patershausen. Genau genommen handelt es sich um das „Hofgut Patershausen“, doch auf einer alten Landkarte bei uns zuhause stand da eben nur „Patershausen“, so dass ich in jungen Jahren dachte, dies sei ein eigenständiger Ort. Damit keiner denkt, ich würde Blödsinn erzählen, habe ich als Beweis hier einen Auszug aus jener Karte eingefügt. Beim Hofgut Patershausen handelt es sich um ein ehemaliges Kloster und einen heutigen Bio-Landwirtschaftsbetrieb mit Biergarten … spätestens da wurde es für uns interessant, vor allem, weil jener Biergarten geöffnet hatte. Was lag für uns da näher, als eine Rast mit Biertrink- und Pinkelpause einzulegen? Wir suchten uns auf dem gut besuchten Terrain also einen lauschigen Stehplatz an einem Stehbiertisch und tranken ein Bio-Bier, genau genommen ein Neumarkter Lammsbräu. Das ist das Zeug, das man in Denns Biomärkten kaufen kann.

Zwischenstopp im Hofgut Patershausen
Nach der Weiterfahrt dauerte es nicht lange, bis ein laut vernehmbares Zischen ertönte. Es war aber nicht so, dass irgendjemand eine Partydose angestochen hatte - wir hatten nämlich gar keine dabei! Nein, es war so, dass die Luft aus Racers Fahrradreifen spontan und schlagartig entwich, sogleich das Weite suchte und infolgedessen nicht mehr zu sehen war. Es blieb Racer nichts anderes übrig, mit Unterstützung des FBF-Service-Teams den Schaden zu beheben und den Reifen notgedrungen mit anderer Luft zu füllen.

Das
Haupt-Fahrerfeld
fuhr inzwischen – um seinen Leitwolf Racer beraubt – weiter, geriet
hierbei auf etwas holprige Wege, meisterte diese aber durchaus
souverän und erreichte alsbald unser Fahrtziel, das Gasthaus Wildhof
bei Heusenstamm – eine Lokalität, welche die meisten von uns noch
unbekannt war. Es handelt sich hier um ein ansehnliches Anwesen mit
einseitig offenem Innenhof, in welchem wir uns am für uns reservierten
Tisch Platz nahmen. Es dauerte dann nicht lange, bis Racer und Co.
ebenfalls vor Ort einliefen und wir uns dem widmen konnten, was zu
diesem Zeitpunkt unvermeidlich ist: Bier bestellen (dies mehrfach),
Essen bestellen (die meisten einfach) und dummes Zeug babbeln (alle
vielfach und ununterbrochen).

Als
Fazit
unseres Aufenthalts kann man festhalten: Essen gut, Trinken gut,
Ambiente gut, Service gut! Es waren also alle Voraussetzungen gegeben,
unsere Zufriedenheit mit einem angemessenen Trinkgeld für das Personal
auszudrücken, zumal eben jenes auch noch das aufwendige Foto-Shooting
zwecks Aufnahme unseres Gruppenfotos vor der Wildhof-Kulisse übernahm.

Aufgrund
eines
Rechenfehlers fiel dieser Extralohn aber zu gering aus, was unserem
Schatzmeister aber wohl zu spät auffiel. Dies ließ er allerdings nicht
auf sich und uns sitzen und so fuhr er am Folgetag nochmals zum
Wildhof, um vor Ort eine angemessene Nachzahlung zu leisten. Gut so!
In Zukunft wollen wir alle uns bemühen, solche Missgeschicke zu
vermeiden. Doch zurück zum Fortgang der Maitour! Racer übernahm für
den Rückweg nun wieder die Rolle des Navigators und führte uns durch
unendliche Wälder gen Westen, obwohl unser Heimatgemeinde eigentlich
im Süden lag. Er verfuhr nun mal nach seinem ehernen Leitsatz „Niemals
die gleiche Route für die Hin -und die Rückfahrt“ und so
gelangten wir zunächst nach Götzenhain, dann nach Offenthal und
schließlich nach Urberach, wo wir im „Ebbelsche“ Station machten. Dass
wir in jener Apfelweinkneipe am 1. Mai eine Runde Bier tranken, war
für uns als Faßbierfreunde nur konsequent!

Orwisch (Urberach), Bierrunde im Apfelweinlokal
"Ebbelsche"
Die weitere Route führte dann vorbei an der Thomashütte (nein, dort kehrten wir aufgrund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit nicht ein!) zurück nach Münster, wo wir uns wie gewohnt bei Rainer niederließen, um noch das eine oder andere Bier zu genießen und Pizza zu bestellen – man sollte schließlich drei Mal am Tag warm gegessen haben!
Heiko, unser Haus- und
Hof-Schokoladenlieferant...
"Heiko, wenn du Kühlkapazitäten brauchst: Du weißt ja wo!"